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Drucken von A bis Z

Drucklexikon

Affichen-Papier: Begriff kommt von  „Affiche“ [franz.] (Werbe-)Anschlag. Spezielles Plakatpapier nach DIN 6730; meist holzhaltig und stark geleimt; weiß, aber zum Teil wegen besserer Opazität mit farbiger Rückseite. Affichen-Papier muss nassfest sein. Das heißt, es muss bedruckt und gefaltet im Wasser eine begrenzte Zeit lagerbar sein, bevor es plakatiert wird.

Altarfalz (auch Fensterfalz): Die beiden Außenseiten eines Printprodukts werden wie Klappen zur Bogenmitte gefalzt. Sie können ähnlich wie die Flügel eines Fensters geöffnet werden. Der Name wird auch abgeleitet von Flügelaltären in Kirchen in Form eines Triptychons.

Anschnitt (auch Beschnitt): grenzt unmittelbar an das eigentliche Papierformat an. Eine Druckseite mit Anschnitt ist also um die Breite des Anschnittes größer. Dieser zugegebene Rand ist wegen der Weiterverarbeitung absolut notwendig. Grafische Elemente, Bilder oder flächige Hintergründe, reichen in diesen Bereich hinein und werden nach dem Druck auf das Endformat beschnitten. Mit dem Anschnitt wird sichergestellt, dass ein grafisches Objekt das Blatt bis zur Außenkante füllt und keine „Blitzer“ entstehen.

Auflösung: Anzahl der Bildpunkte auf einer bestimmten Fläche, wird meist in dpi (dots per inch) angegeben.

Ausschießen: Anordnung der einzelnen Seiten eines Druckprodukts auf einem Druckbogen. Das Ausschießschema wird z.B. erstellt, indem man ein Blatt Papier entsprechend falzt und die einzelnen Seiten nummeriert. Breitet man dieses Blatt wieder aus, wird darauf das notwendige Ausschießschema ersichtlich.

Beschnitt: siehe Anschnitt.

Bilderdruckpapier: siehe gestrichenes Papier.

Blindtext: ist beliebig gedruckter Text, der oft keinen Sinn ergibt. Er wird häufig für einen Layoutentwurf verwendet, um einen optisch ähnlichen Eindruck wie die spätere Drucksache zu erzeugen.

Blocksatz: Satzanordnung, bei der die rechte und die linke Kante des Textes eine gerade Linie bilden. Alle Zeilen sind also gleich lang, jedoch variieren die Zwischenräume zwischen den Wörtern.

Cellophanieren: Veredelung einer Drucksache mit einem Überzug aus Folie. Dadurch wird das Papier schmutz- und wasserabweisend.

CIE Lab: ist ein geräteunabhängiger Farbraum. Dieser, 1976 von der CIE (Commission Internationale de l´Eclairage) festgelegte Farbraum, beschreibt das komplette sichtbare Farbspektrum, wie es das menschliche Auge wahrnimmt.

Chlorfrei: Bedeutet, dass ein Papier unter Verwendung der TCF-Methode (Totally Chlorine Free), d.h. ohne Zusatz von Chlor gebleicht wurde.

Chromo-Papier: Bezeichnung für Papier- oder Kartonsorten, die einseitig gestrichen sind.

Chromokarton: Mehrlagiger Karton. Die oberste Lage besteht aus holzfreiem Altpapierstoff oder Zellstoff und ist gestrichen.

Chromolux: Papier mit extremer Oberflächenglätte, hoher Steifigkeit und Volumen; ermöglicht Bildwiedergabe in Fotoqualität.

CMYK-Farbraum: CMYK ist die Kurzbezeichnung für die im Vierfarbdruck verwendeten Grundfarben Cyan (C), Magenta (M), Gelb (Yellow = Y) und Schwarz (Key Colour = K). Alle anderen Farben des Vierfarbdrucks ergeben sich aus der Mischung dieser Grundfarben. In Form von Rasterpunkten, die in ihrer Größe variieren, können die Grundfarben nebeneinander gedruckt werden. Da das Auge die kleinen Punkte nicht einzeln erfassen kann, findet eine Mischung der Farben statt. Der Anteil der vier Grundfarben an einer bestimmten Stelle wird in Prozent angegeben; zum Beispiel C:100%; M: 20%; Y: 70%; K: 60% ergibt ein dunkles Grün.
Bilder liegen häufig im RGB-Farbraum vor. Für die Umwandlung vom RGB- in den CMYK-Farbraum ist zu beachten: der CMYK-Farbraum ist kleiner und kann deshalb nicht die gleichen Farbumfänge darstellen, z.B. bei Orange-, Grün- und leuchtenden Blautönen.

Computer-to-Plate, oder CtP: ein Verfahren zur direkten Bebilderung von Druckplatten aus dem Datensatz heraus. Hierfür sind spezielle Plattenbelichter notwendig. Gegenüber der herkömmlichen Methode der Filmmontage oder dem Computer-to-Film erspart CtP eine Reihe von Arbeitsschritten und vermeidet Fehlerquellen.

Cross Media: Mehrfache Nutzung von Druckdaten für verschiedene Medien. Die digitalen Daten können zum Beispiel für die Erzeugung von Druckprodukten und Webseiten, aber auch für die Erzeugung von CD-ROM-Inhalten genutzt werden.

Digitaldruck: Das direkte Drucken aus digitalen Daten ohne zusätzliche Anfertigung einer festen Druckform. Im Digitaldruck können mit variablen Daten von Druck zu Druck unterschiedliche Seiteninhalte gedruckt werden. Gängige Verfahren sind toner- oder tintenbasierte Drucksysteme.

DIN-A-Papierformate: in Deutschland übliche Standard Papierformate, deren Größen nach DIN 476 genormt sind. Das größte Format ist DIN-A0; das kleinste ist DIN-A10.

DIN-B-Papierformate: in Deutschland übliche Standard Papierformate, die größer sind als die entsprechenden DIN-A-Formate, da sie für den Druck verwendet werden. Wird nach dem Druck ein bestimmter Rand abgeschnitten, erhält man das DIN-A-Format.

DIN-C-Papierformate: in Deutschland übliche Standard Papierformate, die etwas größer sind als die DIN-A-Formate, da sie für Briefumschläge verwendet werden. Das größte Format ist DIN-C0; das kleinste ist DIN-C8.

Dispersionslack (auch Wasser- oder Acryllack): enthält als Lösemittel Wasser. Hauptzweck dieser Lacke ist der Scheuerschutz und die Erzeugung von Glanz- oder Matteffekten. Diese Lacke zeichnen sich aus durch geringe Umweltbelastungen und gute Effekte. Dispersionslack bzw. Wasserlack trocknet durch das Verdunsten des Wassers, ist geruchsfrei und vergilbt nicht. Hat jedoch einen geringeren Glanzwert als UV-Lack.

Doppelseitiges Papier: hat auf beiden Seiten die gleiche Oberflächenbeschaffenheit.

dpi (dots per inch): Einheit für die Auflösung von Druckern, Belichtern oder anderen Ausgabegeräten. Sie gibt an, wie viele Punkte (dots) sich auf einem Inch befinden. Je höher dieser Wert ist, desto feiner ist die Auflösung.

Druckformen: Mit ihnen kann wiederholt das darauf befindliche Druckbild wiedergegeben werden. Abgesehen vom Digitaldruck benötigt jedes Druckverfahren spezifische Druckformen. Die Druckform im Offsetdruck wird als Druckplatte bezeichnet; Sie ist meist aus Aluminium. Die Druckformen im Tiefdruck heißen Formzylinder und bestehen aus einem Stahlzylinder. Beim Hochdruck wurden früher Bleilettern verwendet. Heute kommen gravierte oder geätzte Kunststoffplatten (sog. Klischees) zum Einsatz.
Beim Siebdruck besteht die Druckform aus einem Sieb (meist Kunststoffgewebe), das in einen Rahmen gespannt wird. Auf dieses Sieb wird eine Schablone mit dem Druckbild aufgebracht.

Endformat: Format eines Druckprodukts nach Fertigstellung und Entfernung des Beschnitts.

EPS (Encapsulated PostScript): Standardformat für den Bildaustausch in der Druckvorstufe. Vektororientiertes Bilddatenformat, das zusätzlich noch pixelorientierte Bilddaten integrieren kann. So kann man einerseits Grafiken in Form von PostScript-Befehlen im EPS-Format abspeichern, die ohne Qualitätsverlust beliebig skaliert werden können. Andererseits kann beispielsweise um ein Pixelbild ein Pfad (Freistellerpfad) gelegt werden. Mithilfe dieses Pfads lässt sich Text um Konturen fließen, oder man kann das Bild mit dem Pfad auf eine andere Fläche platzieren. Solche Bilder werden auch „freigestellte Bilder“ genannt.

Euroskala: Im Offsetdruck wird nach einem Verfahren gearbeitet, das sich auf standardisierte Farben stützt: Cyan, Magenta, Yellow, Schwarz(Key). Die vier Standardfarben sind in der DIN ISO 2846-1 normiert.

Falzung: das scharfkantige Umbiegen des Papiers oder Kartons. Die Falzlinie wird als Bruch bezeichnet. Bei stärkeren Materialien oder mehreren Falzen ist zur Erzielung einer guten Falzqualität ein Vorbereiten der Falzlinie durch Perforieren, Nuten oder Rillen erforderlich.

Falzarten: Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Kreuzfalz- und Parallelfalzarten. Ein 1x gefalzter Bogen wird Einbruchfalz genannt, usw.. Sind mehrere Falzbrüche erforderlich, sind verschiedene Falzfolgen möglich. Bei einem Kreuzfalz wird der einmal gefalzte Bogen rechtwinklig zum vorhergehenden Falz ein weiteres Mal gefalzt. Dagegen erfolgt bei einem Parallelfalz der Falz immer parallel zum vorhergehenden Falz. In der Praxis können vor allem bei Prospektfalzungen auch beide Falzarten gemischt vorkommen.

Farbauftrag: Der maximale Gesamtfarbauftrag für den Druck berechnet sich aus der Summe der einzelnen Farbkanäle (C+M+Y+K). Ein maximaler Gesamtfarbauftrag von 330 % bei gestrichnen Papieren ist prinzipiell möglich. Für ungestrichene Papiere liegt die Grenze bei maximal 300 %. Man sollte jedoch sowohl für gestrichene als auch für ungestrichene Papiere 300 % Farbauftrag nicht überschreiten. Bei der Overnight- und Express-Option sollte der Gesamtfarbauftrag auf maximal 260 % reduziert werden, da sonst durch verkürzte Trocknungszeiten ein Abschmieren der Farbe auf den nächsten Bogen möglich ist.

Farbigkeit 1/0: Vorderseite wird einfarbig bedruckt, Rückseite bleibt weiß.

Farbigkeit 1/1: Vorder- und Rückseite werden einfarbig bedruckt.

Farbigkeit 2/0: Vorderseite wird schwarz und mit einer Sonderfarbe (z.B. HKS-Farbe) bedruckt, Rückseite bleibt weiß.

Farbigkeit 2/1: Vorderseite wird schwarz und mit einer Sonderfarbe (z.B. HKS-Farbe) bedruckt, Rückseite wird einfarbig bedruckt

Farbigkeit 2/2: Vorder- und Rückseite werden schwarz und mit einer Sonderfarbe (z.B. HKS-Farbe) bedruckt.

Farbigkeit 4/0: Vorderseite wird in den Farben CMYK bedruckt, Rückseite bleibt weiß.

Farbigkeit 4/1: Vorderseite wird in den Farben CMYK bedruckt, Rückseite wird einfarbig bedruckt.

Farbigkeit 4/4: Vorder- und Rückseite werden in CMYK bedruckt.

Farbmanagement (color management): hat zum Ziel, dass Vorlagen, die mit einem Eingabegerät erfasst wurden, in einer beliebigen Ausgabeform möglichst ähnlich der Vorlage wiedergegeben werden. Beispiel: Ein Offsetdruck als Ausgabe soll die Farben der Fotos einer Digitalkamera (Eingabe) möglichst so anzeigen wie die Kamera die Farben aufgenommen hat. Das heißt, aus dem geräteabhängigem RGB-Farbraum werden die Daten mittels Geräteprofil über den geräteunabhängigen Farbraum CIE-Lab in den Farbraum CMYK konvertiert.

Farbproof: Nach Durchlauf im Farbmanagement erzeugte, farbverbindliche Vorlage zur Kontrolle für den Kunden bzw. für den Druck; farbverbindlich, jedoch nicht zwingend stand- und formverbindlich. Farbproofs müssen nicht im originalen Druckformat vorliegen.

Flächengewicht, auch Papier-Grammatur: ist das Gewicht von Papier, Pappe oder Karton pro Flächeneinheit. Es wird in Gramm pro Quadratmeter (=g/m2) angegeben. Je nach Flächengewicht werden Papier, Pappe oder Karton unterschieden: Papier: 7 g/m2 – 150 g/m2, Karton: 150 g/m2 – 600 g/m2, Pappe: über 600 g/m2 Je nach Verwendungszweck kommen unterschiedliche Flächengewichte zum Einsatz.

Flattersatz: eine Satzanordnung, bei der die eine Seite des Textes eine gerade Linie bildet und die andere eine unregelmäßige Struktur hat. Die einzelnen Zeilen können unterschiedlich lang sein. Im Vergleich zum Blocksatz sind für den Flattersatz gleichmäßige Wortzwischenräume charakteristisch. Es wird zwischen linksbündigem und rechtsbündigem Flattersatz unterschieden.

FM-Raster (frequenzmoduliertes Raster): eine Rasterstruktur bei der die Tonwerte aus unregelmäßig verteilten gleichgroßen Pixeln in unterschiedlicher Anzahl je Rasterzelle gebildet werden. Innerhalb der Rasterzellen erfolgt die Anordnung nach mathematischen Zufallsprinzipien. Unterschiedliche Farbabstufungen lassen sich durch die Anzahl der Elemente pro Rasterzelle (Frequenz) erzielen. Dunkle Flächen enthalten viele druckende Elemente, helle Flächen hingegen nur wenige.

Folienkaschierung: Veredelungsvariante, bei der eine schützende und/oder dekorative Folienschicht auf das Druckerzeugnis aufgetragen wird.

Formate: Papier-Formate in mm: DIN A0 (851 x 1189 mm), DIN A1 (594 x 841 mm), DIN A2 (420 x 594 mm), DIN A3 (297 x 420 mm), DIN A4 (210 x 297 mm), DIN A5 (148 x 210 mm), DIN A6 (105 x 148 mm), DIN A7 (74 x 105 mm).

Formate: Kuvert- und Versandtaschen-Formate in mm: DIN lang (114 x 229 mm), DIN C4 (229 x 324 mm), DIN C5 (162 x 229 mm), DIN B4 (250 x 353 mm), DIN B5 (174 x 250 mm), DIN E4 (280 x 400 mm), DIN E5 (200 x 280 mm).

Formproof: Kontrollabzug für den Druck: stand- und formverbindlich, jedoch nicht farbverbindlich.

Gemeine: siehe Versalien.

Gestrichenes Papier: auch Kunst- oder Bilderdruckpapier genannt, ist ein Papier, bei dem die Oberfläche mit einem Bindemittelauftrag, dem „Strich“ veredelt ist. Das Papier bekommt so eine geschlossenere und glattere Oberfläche. Dadurch kann beim Druck eine hohe Detailwiedergabe und bessere Qualität erreicht werden. Der Strich kann matt oder glänzend, ein- oder beidseitig sein. Grundsätzlich sind alle Papiere nach dem Strich zunächst matt. Um ein glänzendes Papier zu bekommen, lässt man es zusätzlich durch den „Kalander” laufen, der das Papier durch Druck von zwei Walzen glättet. Es wird zwischen matt gestrichenen Papieren, halbmatt gestrichenen Papieren, glänzenden Papieren und gussgestrichenen Papieren unterschieden.

Grammatur: siehe Flächengewicht.

Hardcover: Im Printsektor werden Bücher mit festem Einband als Hardcover oder als Pappband bezeichnet. Der Buchblock wird über den Vorsatz mit einem festen Einband – der Decke – verbunden. Es kann einen Schutzumschlag erhalten.

Heißfolienprägung: Drucktechnische Aufwertung eines Printprodukts in der Weiterverarbeitung. Durch Druck und Hitze wird die Beschichtung, zum Beispiel Metallic-Farbe,  aus der Folie gelöst und auf das Druckprodukt gepresst.

HKS-Farben: der HKS-Farbfächer beinhaltet 120 Volltonfarben  mit insgesamt 3520 Farbtönen für Kunstdruck- und Naturpapiere. Sinn und Zweck ist die vorhersagbare Wiederholbarkeit bestimmter Farbnuancen. Ein HKS-Farbton kann z. B. im Offsetdruck durch Verwendung einer – industriell vorgemischten oder vom Drucker angemischten – Sonderfarbe wiedergegeben oder (annähernd) durch vorgegebene Mischungsverhältnisse der Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz erzielt werden. Es gibt verschiedene HKS-Farbfächer, die der jeweiligen Farbwiedergabe des bedruckten Papiers gerecht werden: HKS E (Endlospapier), HKS K (Kunstdruckpapier), HKS N (Naturpapier), HKS Z (Zeitungspapier).

ICC-Profile: ICC steht für International Color Consortium, ein Zusammenschluss von mehreren Firmen, die einen Standard für die Erstellung von Profilen für das Farbmanagement definiert haben. Nach diesem Standard werden ICC-Farbprofile, so genannte Farbmanagementprofile erstellt.

Ink Jet-Verfahren (auch Tintenstrahldruck): Hier wird Tinte aus winzigen Düsen auf den Bedruckstoff gespritzt. Die Düsensysteme können entweder aus fest installierten, seitenbreiten Einheiten (sog. Arrays) bestehen, oder aus axial beweglichen Düsenköpfen.

Interpolieren: darunter versteht man die näherungsweise Bestimmung von Werten zwischen zwei bekannten Werten, z.B. die Zuweisung einer Zwischenfarbe zu einem Pixel auf der Grundlage der Farben der umgebenden Pixel. Dadurch wird praktisch die Auflösung erhöht, aber qualitativ erfolgen Abstriche hinsichtlich der Bildschärfe (Unschärfen). Interpolieren wird nur bei Pixelbildern angewandt.

Kalander: werden in erster Linie zur Erzielung eines höheren Glanzes bei Papieren genutzt. Kalander in der Papiermaschine haben bis zu 20 Walzen. In Verbindung mit hohem Druck wird ein erhöhter Glättgrad erzielt.

Komplementärfarbe: ist die im Farbkreis einer Primärfarbe gegenüberliegende Sekundärfarbe. Bei additiver Mischung ergänzen sich komplementäre Farben zu Weiß. Bei subtraktiver Mischung ergänzen sie sich zu Schwarz. Im sechsteiligen Farbkreis ergeben sich somit folgende Komplementärfarbenpaare: Magenta – Grün; Cyan – Rot; Gelb – Blau.

Kreuzbruch oder Kreuzfalz: ist eine Falzart, bei der der zweite Falz in rechten Winkel zum ersten Falzbruch erfolgt. Öffnet man den Bogen nach dem Falzen, erkennt man ein Kreuz. Der Kreuzbruch ist eine klassische Falzvariante.

Kuvert- und Versandtaschen: siehe Formate.

Lackierung: Veredelung eines Druckprodukts, bei der eine sehr dünne Schicht Lack (Druck-, UV- oder Dispersionslack) partiell oder flächendeckend aufgetragen wird. Heute werden in der graphischen Industrie verschiedenste Lacke zur Erzielung von Effekten verwendet. Meist geht es um Scheuerschutz, um die Verbesserung der optischen Eigenschaften durch Matt- und Glanzeffekte oder um Kombinationen. Hierfür stehen Dispersions-, UV- und Öldrucklacke (auch Drucklack genannt) zur Verfügung. Darüber hinaus existieren für besondere Effekte Metallic- und Duftlacke.

Laminieren: Veredelungsart für Drucksachen zum Schutz vor Verschmutzung oder zur Versteifung; Überziehen von Papier und Karton mittels Folien in einer speziellen Laminiermaschine.

Leporellofalz oder Zick-Zack-Falz: Falzart, bei der zwei oder mehrere Teile des Falzbogens ziehharmonikaartig in wechselnden Richtungen gefalzt werden. Der Leporellofalz, ist eine Falzart, die oft bei Großauflagen für Landkarten und bei Prospekten verwendet wird.  Der Begriff hat seinen Ursprung in der Oper „Don Giovanni“. Leporello, der Diener Don Giovannis, führte ein Faltbuch, in dem die Geliebten Don Giovannis aufgeführt waren.

Lithografie (auch Steindruck): gehört zu den Flachdruckverfahren. Das zu druckende Bild wird mit einer speziellen Tinte (Fetttusche) auf die absolut glatte Oberfläche eines Solnhofener Kalksteins (Druckform) gezeichnet. Der fertige Stein wird befeuchtet, wodurch die nicht druckenden Stellen beim anschließenden Einfärben keine Farbe annehmen. Die druckenden und nicht druckenden Stellen liegen auf einer Ebene. Dieses ist möglich, weil sich Wasser und (fetthaltige) Farbe nicht mischen lassen und einander abstoßen. Gedruckt wird mit Hand- oder Schnellpressen.
Die Lithografie wurde um 1796 von Alois Senefelder erfunden und ist der Grundstein für den Offsetdruck. Hier kommen zwar keine Steinplatten, sondern Aluminiumplatten zur Anwendung, das Prinzip ist jedoch das gleiche. Angewandt wird die Lithografie heute ausschließlich für künstlerische Arbeiten.

Majuskeln: siehe Versalien.

Mesh-Plane: Netzgitter-Plane für Fassaden- oder Gebäudeverkleidungen und für Werbebanner; besteht aus PVC, das Gitternetz ist aber grobmaschiger als bei einer PVC-Plane.

Naturpapier: Papier, das weder synthetische Fasern enthält noch oberflächenbehandelt ist.

Nuten: Aus einem Karton oder einer Pappe wird ein Span herausgefräst, um dann entlang der so genannten Nutlinie zu falzen. Besonders bei sehr schweren und dicken Materialien empfiehlt sich eine Nutung, um das Material biegefähiger zu machen  und damit die Falzungen nicht aufbrechen.

Offenes Papierformat: ungefalztes Format;  Größe eines Druckproduktes, bevor es auf seine endgültige Größe gefalzt wird. Zum Beispiel hat ein Falzprodukt mit 4Seiten DIN-A4 das Offene Papierformat DIN A3, da ein Bogen DIN A3 in der Mitte gefalzt 4 Seiten DIN A4 ergibt.

Offsetdruck: das am weitesten verbreitete Flachdruckverfahren. Offset stammt aus dem Englischen und wurde von „to set off“ = „absetzen“ abgeleitet. Beim Offsetdruckverfahren, erfolgt nämlich das „Absetzen“ (Übertragen) der Farbe von der Druckform auf ein Gummituch und von dort auf den Bedruckstoff. Der Offsetdruck ist ein indirektes Druckverfahren, weil nicht direkt von der Druckplatte, sondern indirekt mittels eines Gummituches, Farbe auf den Bedruckstoff übertragen wird.

Offsetpapier: Sammelbegriff für Druckpapiere, die in ihren Eigenschaften besonders auf den Offsetdruck abgestimmt sind. Das geleimte, feste Papier darf bei der Verarbeitung z.B. keinen Staub abgeben, es muss rupffest und dimensionsstabil sein. Offsetpapier kann holzfrei oder holzhaltig, gestrichen (matt, glänzend,) oder ungestrichen sein.

Öldrucklack: auch als Drucklack bezeichnet; entspricht unpigmentierter Offsetdruckfarbe. Durch die fehlenden Pigmente ist er farblos und lässt sich  in konventionellen Farbwerken verarbeiten. Öldrucklacke verbessern die Scheuerfestigkeit der Farbe und eignen sich für Glanz-/Matteffekte.

Opazität: Messgröße für die Lichtundurchlässigkeit von Papieren. Besonders beim beidseitigen Bedrucken dünner Papiere ist das Durchscheinverhalten von Bedeutung. Je größer die Opazität, desto weniger scheint durch. Gute Papiere haben Opazitäten über 95%. Beeinflusst wird die Opazität durch die Faserart, deren Aufbereitung sowie durch Menge und Art der Füllstoffe.

Paginierung: fortlaufende Nummerierung der Seiten eines Printprodukts. Grundsätzlich stehen auf den rechten Seiten immer die ungeraden Seitenzahlen und auf den linken Seiten immer die geraden.

Pantone-Farbsystem (PMS): Farbsystem, das hauptsächlich in der Grafik- und Druckindustrie eingesetzt wird. Es wurde 1963 vom US-Unternehmen Pantone entwickelt. Es enthält Sonderfarben, die im herkömmlichen Vierfarbdruck nicht erreicht werden können. Es ordnet diesen Farben eindeutige Nummern zu. Anhand der Nummerierung dieser Farben kann man sich weltweit austauschen, ohne auf die individuelle Farbwahrnehmung angewiesen zu sein. Pantone-Sonderfarben werden nicht nur mit einem Nummerncode sondern auch mit dem entsprechenden Kürzel für das verwendete Papier (C = coated, U = uncoated, M = matte) gekennzeichnet.

Papier-Formate: siehe Formate.

Papier-Grammatur: siehe Flächengewicht.

Pappband: siehe Hardcover.

Paßkreuze oder Paßmarken: werden außerhalb des beschnittenen Formates auf die Druckplatten belichtet und mitgedruckt. Sie dienen dem passgenauen Übereinanderdrucken der einzelnen Farben beim Mehrfarbendruck.

PDF-Format (Portable Dokument Format): ist ein plattformunabhängiges Dokumentaustauschformat. Entwickelt wurde das PDF-Format nicht für die Druckvorstufe, sondern für den Austausch von Dokumenten, die auf allen Rechnern – gleich welche Hard- und Software sie verwenden – gelesen und ausgedruckt werden können. Mit dem Acrobat-Reader können PDF-Dokumente visualisiert werden. Im PDF-Dokument können alle Bilder und Schriften in die Datei eingebunden werden, so dass die jeweiligen Schriften nicht auf dem Rechner des Betrachters vorhanden sein müssen. Mittlerweile wird PDF in der Druckvorstufe vielfach verwendet, da es gegenüber PostScript einige Vorteile hat, wie das separate Abspeichern der einzelnen Seiten eines PDF-Dokumentes.

Perforation: Gestanzte Loch- oder Schlitzlinie zum besseren Heraustrennen oder Abtrennen von Teilen aus Druckprodukten, zum Beispiel von Rücksende-Postkarten aus Katalogen. Eine Perforation wird in Zähnen/inch gemessen.

Pixel: Kurzbezeichnung für das kleinste Bildelement bei digitalen Bildern, das jeweils einen ganz bestimmten Tonwert aufweist. Im Auge verschwimmen die unterschiedlich gefärbten Pixel zu Bildern. Je höher die Anzahl der Pixel, desto feiner, schärfer und detailreicher ist die mögliche Bildauflösung.

Planobogen: ungefalzter Druckbogen.

Postscript (PS): plattformunabhängige Seitenbeschreibungssprache, bei der die Seiten eines Dokumentes durch Linien, Kreise, Fläche, Schrift und Bilder definiert werden.  PostScript-Dateien werden aus den Daten von Grafik- und Layoutprogrammen geschrieben, indem ein PostScript-Druckertreiber diese Daten in PostScript umwandelt. PostScript-Daten sind geräteunabhängig und können von allen Druckern oder Belichtern, die über einen PostScript-Interpreter (RIP) verfügen, gleich ausgegeben werden.

Prägen: das reliefartige Umformen oder Verdichten eines Bedruckstoffes. Unterschieden wird zwischen Blindprägungen und Prägefoliendruck (z.B. Heißfolienprägung).
Blindprägungen erfolgen rein mechanisch, d.h. ohne Einsatz von Farben oder Folien. Beim Prägefoliendruck werden neben den mechanischen Einwirkungen gezielt spezielle Folien eingesetzt. Siehe auch: Heißfolienprägung.

Proof: Simulation und Visualisierung der Druckdaten als Vorlage für den Auflagendruck; oder auch als Qualitätskontrolle in der Druckvorstufe im Hinblick auf Farbwiedergabe, Text- und Bildanordnung. Siehe auch: Farb- bzw. Formproof.

PSO oder Prozessstandard Offsetdruck: ist der Standard für die industrielle Produktion von Drucksachen. Seit 2007 ist der PSO in der ISO-Norm 12647-2 verankert. Durch den PSO soll die Produktion im Offsetdruck von der Datenerzeugung bis zum Druckergebnis qualitativ abgesichert werden. Normiert wurden zum Beispiel: die Farbe von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) auf bestimmten Papieren, die Farbe des Papiers bei einer bestimmten Beleuchtung, die Anforderungen an Vorlagen  bzw. Proofs mit Medienkeil und die Tonwertzunahme. Um standardisiert zu produzieren, werden Umrechnungsverfahren angeboten (ICC-Profile). Um die Einhaltung des Standards zu messen, gibt es Prüfmittel (wie z. B. den Medienkeil) oder spektrale und densitometrische Messtechniken.

Punktzuwachs: siehe Tonwertzunahme.

PVC: Abkürzung für den Kunststoff Polyvinylchlorid.

Prozessfarben: Eine Prozessfarbe ist die Farbe, die entsteht, wenn beim Druckvorgang mehrere Farben gleichzeitig (meist im Rasterverfahren) gedruckt werden. Beim Vierfarbdruck wird die Prozessfarbe aus den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zusammengesetzt. Der Farbeindruck ergibt sich durch Farbmischung, wobei beim Rasterverfahren die Farben mit unterschiedlichem Rasterwinkel gedruckt werden. Unterschiedliche Farbtöne werden durch unterschiedliche Anteile der Farben erreicht. Der weiße Farbton ergibt sich aus der Farbe des Papiers. Im Gegensatz zu Prozessfarben wird eine Schmuckfarbe – auch Volltonfarbe genannt – bereits vor dem Drucken gemischt.

Raster: Im Gegensatz zur Fotografie sind die meisten Druckverfahren nicht in der Lage, die Helligkeitsunterschiede eines Bildes direkt wiederzugeben. Es wird entweder an einer Stelle Farbe auf das Papier gedruckt oder nicht. Etwas Farbe drucken ist nicht möglich. Um ein Grau drucken zu können wird das Weiß des Papiers mit der schwarzen Farbe rein optisch gemischt. Das wird erreicht durch das Drucken unterschiedlich großer oder vieler Rasterpunkte. Der optische Eindruck, also die Mischung von Schwarz und Weiß, erfolgt im Auge des Betrachters.

Recyclingpapier: besteht überwiegend aus wiederverwertetem Altpapier; gilt deshalb als umweltfreundlich. Ein Vorteil ist – neben der Schonung der Holz-Reserven – der im Vergleich zur konventionellen Papierherstellung um zwei Drittel verringerte Energie- und Wasserverbrauch.Qualität und Reißfestigkeit des Papiers lassen sich durch das Beimischen neuer Fasern steigern. In Deutschland erhält ein aus 100% Altpapier bestehendes Produkt das Umweltzeichen „Blauer Engel”. Im Gegensatz zur Herstellung von Umweltschutzpapier wird das Altpapier bei der Verarbeitung zu Recyclingpapier gebleicht (Deinking). Da es sehr aufwendig ist, die Farbreste aus dem Altpapier zu entfernen, ist Recyclingpapier häufig grauer als andere Papiersorten. Inzwischen gibt es jedoch auch weißes Recyclingpapier.

RGB: Abkürzung für die drei Lichtfarben Rot, Grün und Blau der additiven Farbmischung. Aus diesen drei Grundfarben werden alle Zwischentöne der additiven Farbmischung erzeugt. Diese Farbmischung wird u.a. bei der digitalen Fotografie und an Computerbildschirmen verwendet. In der Computertechnik hat jede Farbe 256 Helligkeitsstufen. Ist eine Farbe nicht aktiv, hat sie den Wert Null. Schwarz ist in RGB: 0-0-0.
Ist ein Lichtquelle voll aktiv, hat sie den Wert 255. Weiß ist demnach die Werte: RGB = 255-255-255. Da z.B. digital fotografierte Bilder als RGB-Bild vorliegen, müssen sie für den Druck in den CMYK-Farbraum konvertiert werden. Da der CMYK-Farbraum kleiner ist als der RGB-Farbraum, können nicht alle Farben, die am Bildschirm dargestellt werden, drucktechnisch 1:1 reproduziert werden.

Ries: Mengeneinheit für Papierbogen. Je nach Grammatur (g/m2) kann ein Ries 250, 500 oder 1000 Bogen umfassen.

Reißfestigkeit: Stärkste Belastung, die Papier aushält, bevor es reißt.

Rillen: ist das Einbringen einer linienförmigen Vertiefung in Papier, Karton oder Pappe. Sie erscheint auf der Gegenseite als Wulst. Diese Verdichtung des Materials verhindert das Brechen oder Platzen des Materials beim Falzen.

Rückenstärke: setzt sich bei klebegebundenen Katalogen, Broschüren, Zeitschriften usw. aus der Blockdicke und aus der zweifachen Umschlagdicke zusammen.

RTF (Rich-Text-Format): ein von Microsoft entwickeltes Format für den Austausch von Textdokumenten, das zum Standard in der Druckvorstufe geworden ist. Damit lassen sich Textdaten samt Textformatierungen wie Schriftart, Schriftgröße oder Auszeichnungen austauschen. Der Austausch ist plattformunabhängig möglich (z.B. zwischen Windows-PC und Macintosh).

Satzspiegel: enthält die wichtigen Elemente einer gedruckten Seite. Bei der Bestimmung eines ästhetischen Satzspiegels geht es maßgeblich um die Breite der Ränder. Für die Breite der Ränder kann der Goldene Schnitt (5:8), oder das gleiche Verhältnis der DIN-Formate (5:7) verwendet werden. Es ist jedoch auch möglich, den Satzspiegel frei zu gestalten. Ziel ist es innerhalb des Satzspiegels eine gleichmäßige Grauwirkung zu erzielen.

Schmuckfarben: siehe Volltonfarben.

Schön- und Widerdruck: Bezeichnung für das doppelseitige Bedrucken eines Bogens. Den Druckvorgang der zuerst bedruckten Seite nennt man Schöndruck, den nach Wenden des Bogens folgenden Druck nennt man Widerdruck.

Schriftart: Meist wird damit eine bestimmte Schriftfamilie wie Arial, Helvetica oder Times bezeichnet. Diese Schriftfamilien unterteilen sich wiederum in verschiedene Schriftschnitte, wie Normal, Fett oder Kursiv.

Serifen: Serifen sind kleine Endstriche an den Grundstrichen der Buchstaben. Die Art und Stärke von Serifen prägt wesentlich den Charakter einer Schrift. Sie können im Verhältnis zu den Grundstrichen sehr fein, aber auch in der gleichen Strichstärke sein (serifenbetonte Schriften). Bei längeren gedruckten Texten sind Schriften mit Serifen besonders gut lesbar, da die Serifen dem  Auge eine Führung entlang der Zeile geben. Für Texte, die an einem Bildschirm gelesen werden sollen – z. B. im Internet – werden in der Regel Schriften ohne Serifen bevorzugt. Denn die feinen Linien der Serifen können aufgrund der geringen Auflösung eines Bildschirms oftmals nicht korrekt wiedergegeben werden.

Softcover oder Paperbacks: heißen Bücher, die einen flexiblen Karton als Einband haben. Nur selten findet sich bei Softcovern ein Schutzumschlag. Der Einband wird meist sowohl mit dem Titel und mit einem farbigen Bild bedruckt. Die Klebebindung ist die häufigste Form der Verbindung des Buchblocks. Vor allem Fachbücher und Bücher aus dem wissenschaftlichen Bereich erscheinen als Softcover, teilweise sind es auch Taschenbücher, die in diesem Buchformat veröffentlicht werden.

Softproof: die farbmetrisch korrekte Darstellung digitaler Druckdaten auf einem Monitor. Es gelten die gleichen Anforderungen wie beim digitalen Papierproof. Die eingesetzte Software muss die Kalibrierung der Ausgabegeräte sowie die fortdruckgerechte Simulation der Druckdaten gewährleisten. Eine typische Ausgabebedingung ist zum Beispiel der Offsetdruck gemäß PSO (Prozess Standard Offsetdruck).

Sonderfarben: vorgemischte Druckfarben, die häufig verwendet werden, um Farben zu reproduzieren, die mit dem normalen Vierfarbdruck (Tiefe, Cyan, Magenta und Gelb) nicht reproduzierbar sind. Sonderfarben werden auch dann verwendet, wenn z.B. Geschäfts- oder Markendrucksachen gedruckt werden, bei denen ein immer gleich bleibender Farbeindruck aufgrund des Corporate Designs entstehen muss. Die gebräuchlichsten Systeme im Printbereich  sind Pantone und HKS.

Steindruck: siehe Lithografie.

Tonwertzunahme: Materialbedingt verbreitert sich ein Rasterpunkt während des Druckvorganges. Im Zuge einer standardisierten Prozesskette wird dieser Tonwertzuwachs bereits in der Vorstufe berücksichtigt. Eine zu hohe oder zu niedrige Tonwertzunahme verfälscht das Druckergebnis.

Transparenz: Durchsichtigkeit eines Papiers.

Typografie: die Kunst der Gestaltung von Druckprodukten oder  elektronischen Medien, z. B. Webseiten, mit großem Textanteil nach ästhetischen Gesichtspunkten. Durch Beachtung typografischer Regeln kann die Lesefreundlichkeit bei Büchern oder Zeitungen stark beeinflusst werden. Typografische Elemente sind neben Schrift, Bild, Linie, Fläche und Farbe auch Format, Satzspiegel und Flächenaufteilung. Die typografische Gestaltung ist eine kreative Tätigkeit, die sich auch nach der Zielgruppe und deren Geschmack richten muss.

Überdrucken: ist eine Technik die angewandt wird, um beim Drucken von schwarzen Elementen (Text, Fläche, Linie), die an farbige Flächen angrenzen, weiße Zwischenräume (Blitzer) zu vermeiden. Infolge von kleinsten Ungenauigkeiten beim Drucken können geringfügige Verschiebungen zum Sichtbarwerden des Papierweißes zwischen der Fläche führen.

Überfüllen: ist eine Technik die angewandt wird, um zwei direkt aneinander grenzende Farbflächen geringfügig überlappen zu lassen. Dies ist notwendig, da infolge von Ungenauigkeiten beim Druck geringfügige Verschiebungen der beiden Farbflächen möglich sind, was ohne Überlappung zu weißen Zwischenräumen (Blitzer) führen könnte.  Wird zum Beispiel eine gelbe Schrift auf einer blauen Fläche gedruckt, muss die blaue Farbe unter der Schrift entfernt werden, da sich das Blau und das Gelb zu Grün mischen würden. Um nun Blitzer an den Rändern von Fläche und Schrift zu vermeiden, wird grundsätzlich die hellere Farbe minimal vergrößert. Diesen Vorgang der Vergrößerung bezeichnet man als Überfüllen.

Ungestrichenes Papier: Unveredeltes Papier ohne Bindemittelauftrag („Strich“).

UV-Lacke: werden zur Druckveredelung eingesetzt, wenn höchste Glanz- und Matteffekte, bei gleichzeitig sehr guter Scheuerfestigkeit erzielt werden sollen. Die im Offsetdruck erreichbaren sehr guten Effekte können im Siebdruck aufgrund der höheren Schichtdicken weiter gesteigert werden. Beide Verfahren ermöglichen Vollflächen, Spot- und Kombinations- sowie Effektlackierungen. Die Effektbandbreite reicht von stumpfmatt bis hochglänzend, von glatt und samtig bis körnig und rau. Darüber hinaus gibt es Effekte wie z.B. duftend, glitzernd usw. UV-Lacke enthalten kein Lösemittel, sondern trocknen innerhalb von Sekundenbruchteilen durch Verkettung der Moleküle unter UV-Licht. UV-Lack ist theoretisch sofort weiterverarbeitbar.

Versalien (auch Majuskeln): sind die Großbuchstaben einer Schrift. Kleinbuchstaben werden als Gemeine bezeichnet.

Versandtaschen-Formate: siehe Formate.

Volltonfarben oder Schmuckfarben: Volltonfarben werden mit vorgemischten Druckfarben gedruckt. Im Gegensatz dazu stehen die Prozessfarben bei denen die verschiedenen Farbtöne erst beim Drucken aus den Farben Cyan, Magenta und Yellow (Gelb) erzeugt werden. Volltonfarben werden eingesetzt, wenn zum Beispiel bei Logos oder anderen Grafikobjekten präzise Farbübereinstimmung sichergestellt werden muss. Bekannte Volltonfarbenhersteller sind Pantone und HKS.

Vorsatz: ist ein gefalztes besonders hochwertiges, widerstandsfähiges Papier, das Buchblock und Buchdecke miteinander verbindet. Der Falz des Vorsatzes wirkt dabei wie ein Scharnier. Vor den ersten und hinter den letzen Textbogen des Buchblockes wird jeweils das innere Blatt des Vorsatzes über einen schmalen Klebestreifen am Bund, den sogenannten Bundsteg angeklebt.

Wickelfalz: Falzart, bei der jeder Bruch in dieselbe Richtung wie der vorherige erfolgt. Der beim ersten Bruch entstandene Falzabschnitt wird von den nachfolgenden Falzungen eingewickelt.

Widerdruck: siehe Schön- und Widerdruck.

Zick-Zack-Falz: siehe Leporello-Falz